Peter Finger im Theaterstübchen

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Peter Finger im Theaterstübchen

Kassel. Peter Finger genießt bereits seit den siebziger Jahren weltweit einen herausragenden Ruf als Akustikgitarrist, die internationale Fachpresse hob ihn mehrfach ins Pantheon der weltbesten Gitarristen. Am Samstag trat er im Rahmen des Saitenzauber-Festivals im Theaterstübchen auf.

„Hallo Kassel, lange nicht mehr hier gewesen.“ Mit diesen Worten kommt Peter Finger auf die Bühne, greift zu seiner Gitarre und fängt an. Ein Klangteppich breitet sich aus, der eher einem ganzen Ensemble entsprungen scheint als einem einzelnen Musiker. Der Fingerakrobat entlockt seiner Gitarre facettenreiche Melodien, die bisweilen musikalisches Neuland auftun, manchmal aber auch an die Kompositionen alter Meister erinnern.
Die Musik liegt Peter Finger im Blut. Er kommt aus einer Musikerfamilie, erklärt er auf erheiternde Weise beim Stimmen seiner Akustikgitarre. Symphatisch und publikumsnah geht Finger an sein Werk, hat zwischen seinen Liedern immer eine kleine Geschichte parat. Seinem früheren Vorsatz, ausschließlich eine Frau ohne musikalischen Hintergrund zu heiraten, sei er treu geblieben, bis er nach vielen Jahren erfahren musste, dass sie ein Nachkomme Frederic Chopins ist, erklärt der Virtuose. „Das habe ich mit dem folgenden Lied verarbeitet. Es heißt Onkel Frederic.“ Schallendes Lachen geht durch den Konzertraum.

Peter Finger ist es gelungen, was es dieser Tage nur selten zu bestaunen gibt: Die perfekte Harmonie von Virtuosität, Musikalität und Komposition. Sein musikalischer Kosmos ist grenzenlos, zeugt von profunder Kenntnis der Musikgeschichte wie des Kontemporären. So wird der aufmerksame Zuhörer immer wieder auf die Klangsprache Debussys, Ravels oder Strawinskys stoßen und sich im gleichen Atemzug vielleicht in rockigen Gefilden wieder finden, verführt zu ”Saitensprüngen” in die weite Welt des Jazz. Oder er bestaunt Fingers fast orchestrales, manchmal atemberaubend experimentelles Geflecht aus Rhythmus, Harmonik und Melodie.

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